Veteranin im Interview: „Ich möchte die jüngeren Leute repräsentieren“
Nach dem Studium hat Veronika, Obergefreiter, sich für den freiwilligen Wehrdienst entschieden. Ihren Alltag als Soldatin verbringt sie im Kasernendienst. Sie sagt: Das zivile Umfeld weiß oft gar nicht, was Veteraninnen und Veteranen leisten.
Veronika, du bist fast seit zwei Jahren bei der Bundeswehr. Wie bist du dazu gekommen?
Ich hatte schon immer ein gewisses Grundinteresse an der Bundeswehr. In der Realschule gab es von der Bundeswehr selbst so ein Video-Format, das ich mir mit ein paar Freunden auf YouTube angeschaut habe, und mich hat das irgendwie gefesselt, selbst in der Bundeswehr mitzuwirken. Nach meinem Studium habe ich mich dann entschieden, einzutreten, erst mal im freiwilligen Wehrdienst, um zu schauen, ob es mir wirklich gefällt. Das hat mir sehr gefallen, deswegen möchte ich das jetzt auch verlängern und Soldat auf Zeit werden. Ich finde die Kameradschaft und dieses gemeinsame Überwinden von Hürden einfach super.
Was hat sich durch die Bundeswehr für dich verändert?
Ich glaube, ich habe viel Disziplin mitgenommen und auch viel mehr Respekt vor den Leuten entwickelt, die schon gedient haben oder in Einsätzen waren. Jetzt, wo ich selbst bei der Bundeswehr bin, sehe ich viel klarer, welchen Belastungen die Menschen ausgesetzt sind, die gedient haben oder noch dienen. Im zivilen Umfeld wissen viele gar nicht, was die Bundeswehr tatsächlich leistet. Und mein Hobby, die Foto- und Videografie von Autos, hat neue Motive gewonnen: Ich habe angefangen, die Panzer bei uns am Standort zu fotografieren und zu filmen. Das macht mir super viel Spaß.
Was wünschst du dir vom Veteranentag?
Ich möchte die jüngeren Leute repräsentieren, gerade weil viele sagen: ‚Ich sehe mich gar nicht als Veteran‘ – obwohl auch der aktive Dienst dazugehört. Das wird leider oft vergessen, und das wollte ich mit vertreten. Ich wünsche mir, dass an diesem Tag viel Positives rüberkommt, dass ein eigenständiges, respektvolles Bild von der Bundeswehr entstehen kann. Es wäre schön, wenn man Bundeswehrsoldaten in der Öffentlichkeit wieder mit mehr Freude begegnet könnte und einfach mehr Verständnis und Anerkennung da ist.